15.01.2008 - Finsternis 1/2
Traum
Wolkenloser blauer Himmel soweit das Auge reicht.
Die Blumen in der Wiese duften und ein Hauch von
frischem Gras liegt in der Luft.
Vögel zwitschern und fliegen verspielt durch die
Sommerluft.
Bienen summen und sammeln Nektar.
Ein Stück entfernt sitzt ein Häschen und schnuffelt
in die Briese...
In meinem Bauch spüre ich auf einmal diese Spannung
und die Härchen auf meinem Arm stellen sich auf. Nein nicht weil eine kühle Briese
weht, sondern dies ist ein Anzeichen
dafür, das sich magische Energie sammelt.
Es beginnt mit einem leichten beben der Erde,
steigert sich zu einem Grummeln und Poltern...
Ich erwache und spüre die
Spannung im Bauch. Man das war nicht nur im Traum sondern hier und jetzt!
Auch Dodger spürt wie sich
die Energie sammelt, zwischen seinen Ohren über den Rücken bis zum Schwanz
stellt sich langsam sein Fell auf.
Mittlerweile haben wir
beide gelernt was das in diesem Land zu bedeuten hat.
In unmittelbarer Nähe
manifestiert sich gerade ein Geist- ein Oni- auf dieser Ebene der Existenz. Und da ich aus
einer früheren Begegnung weiß, dass solche Geister nicht immer freundlich sind greife
ich aus dem Rucksack mir einen Chestus und in meiner rechten Hand liegt dann
auch schon der Knochenstab. Es bleibt gerade noch Zeit einen Spruch zu wirken,
welcher mir und Dodger, sollte es zu einem Kampf kommen, die Lebensenergie des
Oni zuführt. Als auch schon die ersten Schockwellen der Manifestation über die
Hügel rauschen.
Durch ein leichtes ziehen
an meinem Bewusstsein merke ich, dass der Geist an den äußeren Rand meines
Schutzkreises angekommen ist.
Das knurren von Dodger ist
verstummt und er verschwindet in der Dunkelheit. Ich weiß dass er versuchen
wird den Geist zu umgehen und in seinem Rücken Stellung zu beziehen. Rechts von
mir biegen sich die Bambusstangen auseinander und lila- blaue Energiestränge
schlängeln sich durch die Blätter. Dann schiebt sich ein unförmiger Schnecken-
oder Schlangenkörper durch die Stangen. Da wo die Energiestränge die Blätter
berührt haben verwelken diese bereits und den Weg dieses Ungeheuers markiert
schwarz- verkohltes Gras.
Bevor auch nur einer der
Stränge in meine Nähe kommen kann. Schleuder ich aus meinem Stab die erste
Ladung Chaosschaden auf den Oni. Von einem Brummen der Kreatur begleitet
verschwindet meine Plasmakugel in dem Schneckenleib und leuchtet von innen
heraus grün. Abgelenkt von meinem Angriff will sich Dodger auf den Geist
stürzen, doch mit einem winken gebe ich Ihm zu verstehen das dies keine gute
Idee ist. Im Hinblick auf die Verwelkten Blätter sollten wir ihn besser nicht
berühren. Dodger springt ab, direkt über den Kopf auf einen Bambusstab. Durch
sein Körpergewicht und en Schwung biegt sich dieser bis auf die Erde durch. Am
tiefsten Punkte fällt er einfach auf die Seite und der Stab schnellt zurück,
dem Geist entgegen.
Da der Geist in der
Zwischenzeit die Lebensenergie von seiner Umgebung weiter aufgenommen hat, ist
er mittlerweile fast vollständig materialisiert. So schnellt die Bambusstange
mit einem wuchtigen zischen durch die lilafarbenen rechten Arme der Schnecke
und trennt dies ab. Wie bei seinen kleinen schleimigen Vertretern ziehen sich
die Stummel der Arme zurück und verschwinden im dem Leib.
Mit der Aktion von Dodger
habe ich genügend Zeit gefunden um die Energie zusammeln für einen mächtigen
Spruch. Mit der letzten Silbe aus meinem Mund lasse ich der Energie freien
Lauf. Sofort sprießen dort wo die Kreatur steht scharfe- spitze Nadeln aus dem
Boden und nageln sie an dem Platz fest. Mit einem Ohren betörenden Kreischen
versucht der Oni sich weiter zu bewegen, doch je mehr er an den Nadeln zerrt,
umso mehr Energie und Lebenskraft wird er verlieren. Da er sich jetzt nicht
weiter bewegen kann schleudere ich wieder die vernichtende Kraft des Chaos in
seinen schleimigen Leib. Mit jedem Treffer wird der Oni blasser und
durchsichtiger. Den letzten Rest Energie zieht das Vampirstarren aus der Kreatur und mit einem heiserem kreischen
vergeht seine kurze Existenz auf dieser Ebene.
Das war es mit dem Schlaf
in dieser Nacht. Doch dieses kurze Nickerchen sollte bis zum nächsten Mittag
reichen. Ich packe meine Sachen wieder zurück in den Rucksack, außer der
gravierte Chaosstab, der wird jetzt mein Wanderstab!
Mittlerweile setz auch
langsam die Morgendämmerung ein und die frische Luft tut ein übriges um meine
Laune zu verbessern.
Dodger und ich machen uns weiter auf den Weg zu den nicht mehr fernen Bergen...
